Outreach-Studie

Zur frühen Integration der Palliativmedizin gehört ein Grundverständnis der onkologischen Ärzte für eine palliativmedizinische Behandlung und die Fähigkeit einer guten Gesprächsführung über belastende Symptome und Situationen unserer Patient:innen. Unserer Klinik ist es ein Anliegen, dass Ärzte den Bedarf eigenständig erkennen und behandeln können. Aus diesem Grunde bieten wir jedem jungen Arzt eine Rotation auf der Palliativstation an. Die hier erlernten Fertigkeiten sollen in den klinischen Alltag der Onkologie übertragen werden.

Gemeinsam mit dem Hospizdienst haben wir einen Fragebogen entwickelt, der das palliativmedizinische Wissen, die eigene Wahrnehmung im Umgang mit schwerkranken Patienten und die Transparenz wichtiger hospizlicher und palliativmedizinischer Strukturen abfragt.

Bereits in der Pilotierung des Fragebogens deutete sich an, dass eine Rotation auf Palliativstation die palliative Kompetenz und Haltung verbessern kann.

Aktuell untersuchen wir gemeinsam mit 11 weiteren Palliativstationen der Universitätskliniken Deutschlands nun, ob sich dieses Ergebnis auch auf andere Kliniken übertragen lässt.

Dissertationsprojekte

Masterarbeit

Publikationen

  1. Berendt J, Thomas M, Neukirchen M, Schwartz J, Hense J, Tewes M (2018)
    Integration von Palliativmedizin in Onkologischen Spitzenzentren Deutschlands – Ambulante Sprechstunden und Rotationsprogramme der spezialisierten Palliativmedizin.
    Dtsch Med Wochenschr. 2018 Aug;143(17):e139-e145. doi: 10.1055/a-0626-9934. Epub 2018 Aug 22
  2. Burmann SN, Neukirchen M, Ostgathe C, Beckmann M, Schwartz J, Scheer K, Klco-Brosius S, Hense J, Teufel M, Tewes M (2019)
    Knowledge and self-efficacy assessment of residents and fellows following palliative care unit rotation: a pilot study.
    Am J Hosp Palliat Care. 2019 Jan 8:1049909118823181. doi: 10.1177/1049909118823181
  3. Biersching T, Schweda A, Oechsle K, Nauck F, Rosenbruch J, Schuler U, Hense J, Neukirchen M, Weber, M, Junghanss C, Kramer T, Ostgathe C, Thuss-Patience P, van Oorschot B, Teufel M, Schuler M, Bausewein C, Tewes M, on behalf of the OUTREACH Study Group (2022)
    The OUTREACH Study: Oncologists of German UniversiTy Hospitals in Rotation on a palliative care unit – Evaluation of Attitude and Competence in palliative care and Hospice
    J Cancer Res Clin Oncol. 2022 Jul 13. doi: 10.1007/s00432-022-04131-w. Epub ahead of print. 

Rettungsdienst und Palliativausweis

Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Untersuchung des Palliativwissens und der Selbstwirksamkeitserwartung bei Rettungsdienstmitarbeitern mit Untersuchung der Auswirkung einer Etablierung eines Palliativausweises

Eine nicht unerhebliche Zahl von ca. 3-10% aller Notfalleinsätze im Rettungswesen sind Einsätze bei Palliativpatient:innen, welche durch die SAPV zu Hause versorgt werden. Diese Tatsache bringt neben großen Chancen auch Herausforderungen mit sich. Denn kommt es zu Symptomexacerbationen oder sind Angehörige mit Notfallsituationen überfordert, wird häufig der Rettungsdienst verständigt, der sich nun in kurzer Zeit einen Überblick verschaffen und über die weitere Versorgung des Patient:innen entscheiden muss. Dies verlangt ein hohes Maß an Kompetenz und Erfahrung. In mehreren Städten wurde der Palliativausweis eingeführt, der kurz und knapp alle wichtigen Informationen von Einwilligung zur Reanimation, Beatmung und Krankenhauseinweisung zusammenfasst und dem Rettungsteam einen schnellen Überblick verschafft.

Befragungen von Rettungsdienstmitarbeitern konnten zeigen, dass sich viele in Einsätzen bei Palliativpatient:innen unsicher fühlen. Ziel dieser trizentrischen Beobachtungsstudie ist nach Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Untersuchung des palliativen Wissens und der Selbstwirksamkeitserwartung der Rettungsdienstmitarbeiter eine Vergleichsanalyse der Auswirkungen auf das palliative Wissen und die Selbstwirksamkeitserwartung von Rettungsdienstmitarbeitern nach Etablierung eines Palliativausweises und Rettungsdienstmitarbeiter ohne Berührungspunkte zu einem Palliativausweis.

Dissertationsprojekte

Publikationen

  1. Chwallek D, Schweda A, Neukirchen M, Hense J, Schwartz J, Mallmann B, Teufel M, Schuler M, Tewes M (2021)
    PARPACT – Paramedic Palliative Care Test : Validierung eines Tests für palliatives Wissen und Selbstwirksamkeitserwartung bei Mitarbeiter*innen im Rettungswesen [PARPACT: Paramedic Palliative Care Test : Validation of a questionnaire to assess palliative care knowledge and self-efficacy expectations of paramedics].
    Schmerz. 2022 Oct;36(5):333-341. German. doi: 10.1007/s00482-021-00587-w. Epub 2021 Sep 29
  2. Chwallek D, Schweda A, Neukirchen M, Risse J, Hense J, Teufel M, Tewes M (2024)
    Comparison of palliative knowledge and self-efficacy expectation of German paramedics between a rural and an urban structured emergency medical service area
    J Palliat Care. 2024 Feb 19:8258597231221916. doi: 10.1177/08258597231221916.

Tumorassoziiertes Fatigue Syndrom- Barrieren gegen und Motivation für eine Bewegungstherapie

Studienleitung

Univ.-Prof. Dr. med.
Mitra Tewes

Direktorin Palliativmedizin

Dissertationsprojekte

Publikationen

  1. Frikkel J, Götte M, Beckmann M, Kasper S, Hense J, Teufel M, Schuler M, Tewes M (2020)
    Fatigue, Barriers to Physical Activity and Predictors for Motivation to Exercise in Advanced Cancer Patients.
    BMC Palliat Care 2020 Mar 31. 19(1):43. doi:10.1186/s12904-020-00542-z
  2. Frikkel J, Beckmann M, De Lazzari N, Götte M, Kasper S, Hense J, Schuler M, Teufel M, Tewes M (2021)
    Changes in fatigue, barriers, and predictors towards physical activity in advanced cancer patients over a period of 12 months-a comparative study.
    Support Care Cancer. 2021 Feb 19. doi: 10.1007/s00520-021-06020-3. Epub ahead of print

SpNQ: Erfassung existenzieller und spiritueller Bedürfnisse bei Patient:innen in der Palliativsprechstunde – Implementierung, Dokumentation und Unterstützungsplanung

Die World Health Organization (WHO) definiert, dass sich die palliative Betreuung auf die physische, psychische, soziale und spirituelle Dimension eines Menschen bezieht. Die letzte Dimension ist zwar in die Palliative Care integriert, jedoch sind das Wissen über spirituelle und existentielle Bedürfnisse und der Umgang damit bei Menschen in der letzten Lebensphase noch immer lückenhaft. Untersuchungen an nordamerikanischen Patient:innen mit fortgeschrittener Tumorerkrankung und ineffektiver primärer Chemotherapie zeigten, dass sich die meisten in ihren spirituellen Bedürfnissen durch das medizinische System nicht oder nur minimal unterstützt fühlen; ca. die Hälfte aber auch nicht durch eine Religionsgemeinschaft.

Projektziele: Langfristiges Ziel der Studie ist die Verbesserung des existenziellen und spirituellen Wohlbefindens und Unterstützung der existenziellen und spirituellen Bedürfnisse palliativmedizinisch betreuter Menschen.

Grundlage hierzu ist die Kenntnis ihrer existenziellen und spirituellen Bedürfnisse, um Gesprächs- und Unterstützungsangebote gezielt planen und durchführen zu können. Hierzu soll die 10-Item Kurzversion des in der Forschung etablierten SpNQ (SpNQ Screener) in das Dokumentationssystem der Palliativsprechstunde und anderer Einrichtungen implementiert werden, wodurch die Dokumentation ermöglicht wird, sodass konkrete Unterstützungsangebote im Team erörtert und angebahnt werden können.

Beteiligte Wissenschaftler:innen

Publikationen

  1. Büssing A, Scheer K, Tewes M, Niesert W, Büntzel J, Rentschler J (2022)
    Erfassung existenzieller und spiritueller Bedürfnisse in der palliative Betreuung – Erste Erkenntnisse zur Implementierung des Spiritual Needs Screeners
  2. Assessment of existential and spiritual needs in palliative care – First insights into the implementation of the Spiritual Needs Screener
    Spiritual Care 2022; https://doi.org/10.1515/spircare-2022-0045

P-MOVE – Analyse Kachexie-assoziierter Parameter bei Patienten mit metastasierten pankreatobiliären Karzinomen mit und ohne Bewegungstherapie

Patient:innen mit metastasierten Pankreaskarzinomen leiden häufig unter multiplen Symptomen, die ihre Bewegungsaktivität einschränken und zu einem Gewichtsverlust führen können. Studien zeigen, dass Bewegungstherapie die Lebensqualität verbessern und belastende Symptome wie Fatigue lindern kann. Ziel der P-Move Studie ist die Entwicklung eines machbaren Bewegungsprogramms zur Prävention & und Behandlung einer Tumorkachexie bei diesen Patient:innen. Im Rahmen der Studie werden klinische Parameter im Verlauf einer 8-wöchigen individualisierten Bewegungstherapie analysiert. In einer randomisierten kontrollierten Studie vergleichen wir die Effekte der Bewegungstherapie mit einer Kontrollgruppe, die eine einmalige Sportberatung erhält. Die Ergebnisse sollen Hinweise auf eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie Symptomlast liefern und zur Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten für Patient:innen mit Pankreaskarzinomen beitragen.

Univ.-Prof. Dr. med.
Mitra Tewes

Direktorin Palliativmedizin

Prof. Dr. med.
Jens Siveke

Brückeninstitut für Experimentelle Tumortherapie (BIT)

Kontakt

Nico De Lazzari

Sportwissenschaftler
Leitung AG Bewegungstherapie in der Palliativmedizin

Beteiligte Wissenschaftler:innen

Priv.-Doz. Dr. rer. medic.
Miriam Götte

Arbeitsgruppe Sport- und Bewegungstherapie

Laufzeit

2/2020 – 4/2023

Projektförderung

Förderverein Innere Klinik -Tumorforschung- Essen e.V. (70%) sowie  Stiftung Universitätsmedizin Essen (30%)

Publikationen

  1. De Lazzari, N., Götte, M., Kasper, S. et al. P-move: a randomized control trial of exercise in patients with advanced pancreatic or biliary tract cancer (aPBC) receiving beyond first-line chemotherapy. Support Care Cancer 32, 437 (2024). https://doi.org/10.1007/s00520-024-08650-9

Dissertationsprojekt

SOMNUS

Neben Fatigue leiden Patient:innen mit einer Tumorerkrankung auch häufig unter Schlaflosigkeit, Durchschlafstörungen und Tagesschläfrigkeit (30%-50%). Im Oktober 2020 wurde die digitale Gesundheitsanwendung Somnio als Medizinprodukt zugelassen und im Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen aufgenommen. Die digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Somnio arbeitet mit evidenzbasierten Methoden aus dem Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie und konnte eine signifikante Reduktion von Ängsten und Somatisierung zeigen. Die SOMNUS-Studie untersucht nun, ob der Einsatz des DiGA-Produktes Somnio bei Tumorpatient:innen zu einer Reduktion der Schlafschwierigkeiten und Steigerung der Aktivität von Tumorpatient:innen führt.

Beteiligte Wissenschaftler:innen

Bernadette Hosters

Leitung Stabsstelle Entwicklung und Forschung in der Pflege

Dr. rer. soc.oec.
Gülay Ates

UK Aachen

Prof. Dr. med.
Christoph Schöbel

Zentrum für Schlaf- und Telemedizin

Univ.-Prof. Dr. med.
Mitra Tewes

Direktorin Palliativmedizin

Klara Pfeifer

Dissertationsprojekt

Publikationen

  1. Pfeifer, K, Ates, G, Pogorzelski, M, Zaun G, Rötger A, Schuler M, Schöbel C, Tewes M (2024). Investigation of screening questions to identify insomnia in cancer patients. Sci Rep 14, 18343 (2024). https://doi.org/10.1038/s41598-024-69086-z
  2. Pfeifer, K., Tewes, M., Kasper, S., Hense J., Franco J., Schuler M., Schöbel C., Ates G. (2024). Applicability of a digital health application for cancer patients: a qualitative non-participation analysis. BMC Health Serv Res 24, 1187 (2024). https://doi.org/10.1186/s12913-024-11654-0